
Italien Urlaub
Es sollte in die Berge gehen, zum Snowboarden. Soweit zumindest der Plan als Katrin ihre Woche Urlaub beantragte. Wurde aber nichts, da unsere Skiclique dann eine Woche vorher den „gemeinsamen Nenner“ fand und Katrin ihren Urlaub nicht mehr verlegen konnte.
Nach einigen Tagen und verschiedenen Ideen, was wir dann alternativ machen, wurde es dann Rom. Wenn schon kein Schnee, dann zumindest warm, aber halt auch nicht zu lange fliegen. Wollten es da mit Merlin nicht übertreiben.
Samstag: Hinflug
Das Flugticket für den kleinen kostete dann doch 3 €. Dafür bekam Merlin aber 23 kg Freigepäck exkl. Kinderwagen, Babybett,… Wir haben dann aber doch versucht uns da etwas mehr zu beschränken.
Wir hatten gut extra Zeit einkalkuliert, da wir noch gemütlich ins Airbräu wollten zum Mittagessen. Das wurde dann aber nichts, da es doch alles etwas länger dauerte, was aber nicht allein an Merlin lag, auch die Bauarbeiten auf der Münchner S-Bahnstammstrecke kostete gut eine halbe Stunde.
Netterweise darf man mit Kleinkind gleich beim Pre-Boaeding mit in den Flieger, so hat man weniger Gedränge. Allerdings ist man dann auch fast eine halbe Stunde länger im Flieger. Und die erste Zeit war Merlin auch noch etwas unruhig, obwohl er kurz vorher noch seine Mittagsmahlzeit bekommen hatte. Was erst wie das perfekte Timing aussah, also kurz vor dem Einstieg zu füttern, war dann doch nicht so optimal.
Da Merlin ja nun bereits gegessen hatte, gab es Tee zum Start. Durch das Trinken erleichtert man den Kleinen den sonst unangenehmen Druckausgleich. Das gleiche dann bei der Landung. Die Flasche hatte Merlin aber schon ordentlich geleert und so war sein Bedarf an Trinken schon gestillt. Also gab es dann bei der Landung ordentlich Gejammer. Beim Rückflug müssen wir es etwas andern machen.
Dann noch mit dem Flughafenexpress rein nach Rom. Allerdings mussten wir uns erst noch neues heißes Wasser besorgen, da ja die zweite Flasche für den Tee hergehalten hat und die Thermoskanne hatten wir in München vor der Sicherheitskontrolle entleert. Für die Eltern gab es also erstmal einen Cappucino und für Merlin heißes Wasser. Beim nächsten Mal füllen wir die Thermoskanne am Gate wieder auf. Zumindest bei Lufthansa gibt es da ja immer die Automaten für kostenlosen Tee und Kaffee.
Sonntag: Mit dem Kinderwagen zu Kolosseum
Bei unserem ebay Kinderwagen war auch ein Bag für's Flugzeug dabei. Und für einen Stadturlaub dachten wir auch das ein Kinderwagen doch ganz praktisch sein könnte, da man in Rom vieles zu Fuß erreichen kann im Stadtzentrum.
Schon am Vorabend auf dem Weg zur unserem AirBnB Apartment kamen uns da erste Zweifel auf. Die Bürgersteige waren schon in einem sehr abenteuerlichen Zustand. Trotzdem ging es dann am ersten richtigen Tag in Rom per Kinderwagen zum Kolosseum. Die Straßen waren größtenteils Kopfsteinpflaster, was noch o.k. wäre wenn nicht ab und zu ein Stein fehlen würde. Kurz nicht aufgepasst und plötzlich bäumte sich der Kinderwagen auf.
Und sowieso ist man mit Kinderwagen arg eingeschränkt. Die Besichtigung des Kolosseums verschoben wir auf später und auch Metro und Tram ist nicht machbar mit Kinderwagen. Außer wenn man Glück hat und eine der neueren Niederflurtrambahnen erwischt.
Auch rächte sich, dass wir nicht zu weit weg fliegen wollten: Es regnete!
Montag: Kinderwagen bleibt zu Hause
Auch wenn wir bisher noch nicht viel mit unserer Manduca Trage gemacht hatten, nur mal so für ein paar Minuten zu Hause ausprobiert, beschlossen wir den Kinderwagen nicht mitzunehmen und Merlin kam stattdessen in die Manduca.
Trotzdem mussten wir erneut feststellen, dass mit Kind deutlich weniger Program pro Tag zu schaffen ist. Los kommen dauert doch etwas länger, was natürlich auch daran liegt, dass auch wir gerne im Urlaub ausschlafen. Wenn man dann noch bis zur Mittagsmahlzeit warten, um nicht unterwegs den Brei füttern zu müssen, dann bleibt nicht mehr viel Zeit, da Merlin ja auch schon so gegen sieben Uhr abends wieder im Bett sein soll. Ihn Abends mitzunehmen zum Essen funktioniert aktuell nicht mehr so gut. Im zweiten Monat bei unseren ersten Ausflügen zum Italienen schlief er dann immer seelenruhig, aber jetzt benötigt er volle Aufmerksamkeit. Dadurch lässt sich immer nur abwechselnd Essen, wodurch ein entspanntes Candlelight Dinner keine Option mehr ist.
Mit der Manduca lief es erstaunlich gut. Nur wie üblich machte er genau wie im Kinderwagen oder zu Hause auf der Couch immer einen Riesenaufstand kurz bevor er übermüdet einschlief.
Dienstag:
Es begann mit einem Standard in Rom: dem Trevi Brunnen. Da ist man zwar umringt von anderen Touristen, aber dafür ist es sonst etwas ruhiger, da es sehr engen Gassen sind und nur wenige Autos da durch kommen. Dann noch zum Pantheon als zweites Touristischen Must-See und dann hatten wir uns auch ein Eis verdient in einem bekannten und guten Eissalon: Giolitti.
Nur davon müssen wir euch leider die Fotos vorenthalten. Die gibt es nicht.
Ich wartete gerade mit Merlin draußen, da er etwas quengelig wurde und Katrin organisierte drinnen das Eis. Langsam dämmerte mir auch, das es diesmal kein „Ich-bin-totmüde“ Quengeln war sondern einfach Hunger, wenn auch etwas früh. Als Katrin dann mit dem Eis und unseren Materialrucksack rauskam, war schon maximaler Alarm angesagt. Dann also zwei langsam schmelzende Eis und die Milchzubereitung zu zweit jonglieren. Dauerte keine Minute, aber in der Zeit schrie Merlin die ganze Fußgängerzone zusammen. Als er dann endlich mit Flasche im Mund verstummte machte eine Frau am Nachbartisch eine Geste, die wohl soviel heißen sollte wie: gerade nochmal geschafft. Zeit zum Fotos machen blieb keine.
Das Eis war sehr lecker, allerdings blieb nicht echt Zeit es zu genießen.
Mittwoch:
Was bisher auch immer unseren Tagesplan einschränkte war, dass wir Merlin zwar unterwegs fütterten, aber zum Windeln kam es dann erst wieder, als wir zurück in unserem Apartment waren. Mitten im Bistro… wir wollten es dann mal doch nicht übertreiben… und draußen bei Nieselregen war auch nicht echt einladend.
Erst Mittwoch zeigte sich das Wetter in Rom von seinen besseren Seite. Endlich auch mal gemütlich draußen sitzen und den Tag genießen…
…und natürlich Merlin wickeln. Um sein Wohlwollen nicht zu sehr zu testen, dann auch die schnelle Variante mit Hose nur auf „Halbmast“ statt ganz aus, das hatte ich mir von den Erziehern in der Kita abgeschaut. Und Ruck-Zuck war es schon erledigt.
Etwas später dann in einem Kaffee – wir hatten gerade unseren Capuccino bekommen – ging Merlin wieder schlagartig in sein „Ich bin hundemüde“-Modus, also lautes schreien und rumzappeln in der Manduca. Der Kellner begann irgendwas auf Italienisch zu sagen, soweit ich es verstehen konnte, meinte er wohl Merlin hätte Bauchweh, wodrauf hin die ältere Dame an der Kasse zu uns kam, um uns scheinbar unfähigen Rabeneltern mal zu zeigen, wie man sein Kind richtig behandelt.
Zwiespalt – Zum einen wäre es natürlich super gewesen, wenn sie mit ihren dann eingesetzten Fliegergriff erfolgreich gewesen wäre. Merlin wieder glücklich und wir hätten in Ruhe unseren Cappucino trinken können. Zum anderen wollten wir nun auch nicht, dass sich dann ja irgendwie bestätigt, dass wir keine Ahnung hätten, wie man mit einem Kind umgeht, das schreit.
Das tückische an der Situation war nun aber, das ich ziemlich sicher war, dass er wieder müde war und da dauert es halt immer etwas bis er nach seiner Schreiattacke dann plötzlich verstummt und einschläft. Es hätte also passieren können, das dieser Moment direkt eingetreten wäre, als Mama Italia ihn auf den Arm nahm. Passierte aber nicht. Der Fliegergriff führte nicht zum Erfolg. Leider verstand ich nicht weiter was sie noch sagte. Wenig später draußen schlief Merlin dann ein.
Donnerstag:
Inzwischen hatten wir dann auch die noch von zu Hause mitgenommenden Karottenbreie aufgebraucht und kauften dann der einfachheithalber zwei Gläschen Brei. Das eine sollte Karottenbrei mit Kartoffel sein, nach dem Kauf viel uns aber auf, dass auch noch Käse drin war… Komische Mischung, roch auch nicht echt lecker und Merlin hat es dann auch abgelehnt den Brei überhaupt zu essen. Die zweite Sorte „Gemischtes Gemüse“ sah zwar auch recht komisch aus, aber damit gab sich Merlin dann doch zufrieden.
Gut zu wissen ist übrigens, dass in Italien das Milchpulver anders benannt ist. Dort ist die Pre Nahrung gleich die 1er Milch und unsere 1er wäre dort dann die 2er. So war es zumindest bei Aptamil. Hatte ich zum Glück vorher über die Aptamil Hotline erfahren, da wir mal grundsätzlich wissen wollten, ob es Aptamil auch in Italien gibt.
Freitag:
Unser zweiter Versuch beim Vatikan. Mittwoch waren wir nichtmal auf den Petersplatz gekommen – alles noch abgesperrt. Diesmal gelang uns das zumindest, aber rein ging es dann immer noch nicht in den Petersdom. Durch die Hintertür über das Vatikanmuseum wollten wir dann aber auch nicht.
Also gingen wir weiter bis zur Engelsburg und machten es uns auf dem Rasen davor gemütlich. Auf dem Rückweg stand dann eine Riesenschlage vorm Petersdom und man braucht wohl scheinbar doch so ne Art Eintrittskarte (für eine Kirche…). Das war uns dann aber doch zu blöd und die Schlange sowieso viel zu lang.
Rückflug:
Gelernt von Hinflug, ging es diesmal gleich viel besser. Keine Probleme bei Start und Landung… außer das der junge Mann sich dann als wir gelandet waren endlich zum schlafen entschloss und wenige begeistert war, als es dann plötzlich raus ging aus dem Flugzeug. Den Kinderwagen hatten wir gleich mit dem Gepäck aufgegeben, waren wir doch jetzt Manduca erprobt. Und beim nächsten Flug bleibt der gleich zu Hause.